Eine Diskussion um Soldaten und deren Image hat mich mal wieder aufhorchen lassen. Den Artikel findet man in der Zeit: http://www.zeit.de/2013/48/soldaten-deutschland/
Nun habe ich auch einige "alte" Wehrpflichtler im Bekanntenkreis. Die meisten davon sind über die Jahre wieder ins Zivildasein gewechselt, aber die Karrieren und Erfahrungen spiegeln sich dennoch in den Gesprächen wider. Wer sich traut, über die Bundi-Stories hinaus nachzufragen und sich erzählen zu lassen, bekommt einige Dinge geschildert, die ein gutes Bild vermitteln, finde ich.
Der Tenor der "Außenstehenden" ist üblicherweise:
Die werden für's Töten bezahlt.
Kriege sind Vergangenheit, stattdessen gehen sie für andere Staaten ihren Hintern hinhalten.
Sind doch eh nur dummtreue Patrioten.
Ähm...?
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Sonntag, 24. November 2013
Montag, 4. November 2013
Ab in die Mühle
Anlässlich dieser Meldung von "junge welt": Sanktionen gegen Schüler blieb mir der Mund offen stehen. Ich weiß zwar aus eigener Erfahrung, dass das Amt ziemlich gnadenlos gegen "Hartzler" ist. Die Meldung aber offenbart, dass es noch schlimmer sein kann.
Nach und nach wird unterschieden.
Zwischen:
- denjenigen, die Geld haben
- denjenigen, die arbeiten können und
- denen, die allem nachgeben müssen, weil sie sonst draufgehen.
Der Schüler soll ungeachtet seiner schulischen Anforderungen und Talente auf Stellengesuche reagieren und vermutlich sogar möglichst Eigenbemühungen vorlegen. Es wird bereits an vielen Stellen berichtet, dass die Probleme an Schulen zunehmen, weil der Lehrstoff maximal konzentriert wird. Schüler leiden unter Kopfschmerzen und anderen Stresssymptomen.
Wenn ein Schüler noch dazu unter einem solchen Druck steht, dass er überlegt, die Schule abzubrechen, nur damit er Geld verdienen kann, nähert sich das dem Gipfel der Unverschämtheit.
Nicht allein, dass hier die nächste Stufe der Arbeitslosigkeit droht, da Schuldbildung und damit anschließende Ausbildung vielleicht einen niederen Wert haben. Speziell die vermeintliche Verantwortlichkeit des Schülers für seine Eltern bzw. für seine Familie zu setzen ist dreist und boshaft. Insbesondere, da das verdiente Geld im Weiteren verrechnet werden wird. Egal, was also der junge Mann verdient, er wird damit für die sg. "Bedarfsgemeinschaft" aufkommen müssen: Seine Eltern und ggf. Geschwister. Der einzige Ausweg: Er zieht aus.
Mag sein, dass er dann "dem Staat nicht mehr auf der Tasche liegt". Dennoch haben wir dann hier einen bereits jetzt gestressten 15jährigen, der von zu Hause ausgezogen ist und seine Berufslaufbahn beginnt. Die Folgen kann sich jeder ausmalen.
Sicher kann ein junger Mensch mit 15 Jahren oder älter arbeiten. Wenn wir allerdings qualifizierte, belastbare Kräfte im Arbeitsmarkt wollen, darf so etwas nicht sein.
Ich sehe ein Zeitalter auf uns zurollen, in dem es zwei Gesellschaftsstati gibt:
"Ich bin reich und werde reicher. Arbeiten? Warum denn bitte?"
und
"Ich habe mir eben die neue Arbeitsanweisung vom Amt geholt! Nur 18 Stunden am Tag! Und wir können die Wohnung weiter behalten! Nur muss ich in einem halben Jahr schwanger sein, sonst bekommen wir's gestrichen."
Nach und nach wird unterschieden.
Zwischen:
- denjenigen, die Geld haben
- denjenigen, die arbeiten können und
- denen, die allem nachgeben müssen, weil sie sonst draufgehen.
Der Schüler soll ungeachtet seiner schulischen Anforderungen und Talente auf Stellengesuche reagieren und vermutlich sogar möglichst Eigenbemühungen vorlegen. Es wird bereits an vielen Stellen berichtet, dass die Probleme an Schulen zunehmen, weil der Lehrstoff maximal konzentriert wird. Schüler leiden unter Kopfschmerzen und anderen Stresssymptomen.
Wenn ein Schüler noch dazu unter einem solchen Druck steht, dass er überlegt, die Schule abzubrechen, nur damit er Geld verdienen kann, nähert sich das dem Gipfel der Unverschämtheit.
Nicht allein, dass hier die nächste Stufe der Arbeitslosigkeit droht, da Schuldbildung und damit anschließende Ausbildung vielleicht einen niederen Wert haben. Speziell die vermeintliche Verantwortlichkeit des Schülers für seine Eltern bzw. für seine Familie zu setzen ist dreist und boshaft. Insbesondere, da das verdiente Geld im Weiteren verrechnet werden wird. Egal, was also der junge Mann verdient, er wird damit für die sg. "Bedarfsgemeinschaft" aufkommen müssen: Seine Eltern und ggf. Geschwister. Der einzige Ausweg: Er zieht aus.
Mag sein, dass er dann "dem Staat nicht mehr auf der Tasche liegt". Dennoch haben wir dann hier einen bereits jetzt gestressten 15jährigen, der von zu Hause ausgezogen ist und seine Berufslaufbahn beginnt. Die Folgen kann sich jeder ausmalen.
Sicher kann ein junger Mensch mit 15 Jahren oder älter arbeiten. Wenn wir allerdings qualifizierte, belastbare Kräfte im Arbeitsmarkt wollen, darf so etwas nicht sein.
Ich sehe ein Zeitalter auf uns zurollen, in dem es zwei Gesellschaftsstati gibt:
"Ich bin reich und werde reicher. Arbeiten? Warum denn bitte?"
und
"Ich habe mir eben die neue Arbeitsanweisung vom Amt geholt! Nur 18 Stunden am Tag! Und wir können die Wohnung weiter behalten! Nur muss ich in einem halben Jahr schwanger sein, sonst bekommen wir's gestrichen."
Mittwoch, 3. Juli 2013
Halt die Klappe!
Snowden, der Amerikanische Geheimnisverräter, ist aktuell überall in den Medien. Seine Asylanträge ebenso wie die Ablehnungen, besondere Verhandlungen und Bedingungen...
Gerade hat er in Russland abgelehnt, das Asyl gegen seine Stimme einzutauschen, und Deutschland hat seinerseits verweigert, mit dem Hinweis, er sei nicht politisch verfolgt und müsse die Konsequenzen seines Handelns tragen. Man hat seine Papiere als ungültig erklärt.
Ich frage mich schon seitdem Russlands Bedingungen bekannt wurden, was zur Hölle da vorgeht. Und vor allem, was das nächste ist.
Es mag sein, dass Snowden eine Straftat begangen hat. Allerdings hetzt man einen Menschen dafür üblicherweise nicht durch die ganze Welt, geschweige denn, dass die Welt ihn mithetzt. So gesehen ist er kein Terrorist, hat keine Menschen umgebracht oder gefoltert... ach stimmt, das war ja jemand anderes.
Snowden hat nichts mehr - keine Papiere, keine Familie, keine Wohnung. Vielleicht hat er noch etwas Geld, aber auch das geht irgendwann zur Neige, wenn er sich nicht eine offizielle Arbeit suchen will. Und auch das kann er ohne die Papiere wahrscheinlich nicht. Wenn man ihn nicht irgendwann hochnimmt und ausliefert.
Ich glaube kaum, dass ein Mann all das auf's Spiel setzt, nur weil es ihm im linken Zeh juckte. Ich glaube aber, Snowden hat sehr genau gewusst, dass er nach dem Verrat "Zuhause" nicht mehr willkommen ist. Was er vermutlich nicht ahnen konnte, ist, dass quasi die gesamte Welt ihn abblockt.
Er hat gesprochen und man hat ihn so schnell mundtot gemacht, wie es nur ging. Nur, dass er seinem Maulkorb davonläuft. Und hoffentlich auch die Isolation auf dem Flughafen durchbrechen kann.
Eigentlich hätten sie ihn alle begrüßen müssen, haben doch die Staaten vermutlich ein Interesse darin, eventuell unveröffentlichte Datenpakete geschenkt zu bekommen. Wer weiß, was man Snowden bisher angeboten hat und was nicht öffentlich geworden ist. Offensichtlich bestehen aber andere Überlegungen. Keiner möchte sich den Schwarzen Peter ins Land holen. Oder vielmehr wollen sie ihn wieder loswerden, um keine Schwierigkeiten zu bekommen.
Sind wir näher an einer Eskalation der Beziehungen, als es uns die Politik sagt?
Ich bin nur ein normaler Bürger. Ich kann nicht wissen, was die Politik tut und warum. Aber ich habe durchaus den Eindruck, dass hier mehr im Spiel ist als nur ein Geheimnisverrat. Die Politik läuft seit mehreren Jahren quer - beispielsweise sehe ich den vollständigen Verlust der Privatsphäre nur noch als eine Frage der Zeit.
Ausgenommen, es ändert sich etwas. Die Gesellschaft rebelliert zum Teil bereits jetzt gegen die Entwicklungen. Hinter der Fassade der Werbung und der heilen Welt fault es und zwar deutlich.
Eine Person hat sich die Freiheit genommen, den Mund aufzumachen.
Und nun sagt die Welt "Halt die Klappe!".
Wann werden sie das Sprechen beenden und ihm die Zähne ausschlagen?
Wie hat Tante Jay in Freiheit statt Angst geschrieben:
Dass wir uns um so etwas Gedanken machen müssen?
So viel zum Thema moderne, zivile, humane Welt.
Gerade hat er in Russland abgelehnt, das Asyl gegen seine Stimme einzutauschen, und Deutschland hat seinerseits verweigert, mit dem Hinweis, er sei nicht politisch verfolgt und müsse die Konsequenzen seines Handelns tragen. Man hat seine Papiere als ungültig erklärt.
Ich frage mich schon seitdem Russlands Bedingungen bekannt wurden, was zur Hölle da vorgeht. Und vor allem, was das nächste ist.
Es mag sein, dass Snowden eine Straftat begangen hat. Allerdings hetzt man einen Menschen dafür üblicherweise nicht durch die ganze Welt, geschweige denn, dass die Welt ihn mithetzt. So gesehen ist er kein Terrorist, hat keine Menschen umgebracht oder gefoltert... ach stimmt, das war ja jemand anderes.
Snowden hat nichts mehr - keine Papiere, keine Familie, keine Wohnung. Vielleicht hat er noch etwas Geld, aber auch das geht irgendwann zur Neige, wenn er sich nicht eine offizielle Arbeit suchen will. Und auch das kann er ohne die Papiere wahrscheinlich nicht. Wenn man ihn nicht irgendwann hochnimmt und ausliefert.
Ich glaube kaum, dass ein Mann all das auf's Spiel setzt, nur weil es ihm im linken Zeh juckte. Ich glaube aber, Snowden hat sehr genau gewusst, dass er nach dem Verrat "Zuhause" nicht mehr willkommen ist. Was er vermutlich nicht ahnen konnte, ist, dass quasi die gesamte Welt ihn abblockt.
Er hat gesprochen und man hat ihn so schnell mundtot gemacht, wie es nur ging. Nur, dass er seinem Maulkorb davonläuft. Und hoffentlich auch die Isolation auf dem Flughafen durchbrechen kann.
Eigentlich hätten sie ihn alle begrüßen müssen, haben doch die Staaten vermutlich ein Interesse darin, eventuell unveröffentlichte Datenpakete geschenkt zu bekommen. Wer weiß, was man Snowden bisher angeboten hat und was nicht öffentlich geworden ist. Offensichtlich bestehen aber andere Überlegungen. Keiner möchte sich den Schwarzen Peter ins Land holen. Oder vielmehr wollen sie ihn wieder loswerden, um keine Schwierigkeiten zu bekommen.
Sind wir näher an einer Eskalation der Beziehungen, als es uns die Politik sagt?
Ich bin nur ein normaler Bürger. Ich kann nicht wissen, was die Politik tut und warum. Aber ich habe durchaus den Eindruck, dass hier mehr im Spiel ist als nur ein Geheimnisverrat. Die Politik läuft seit mehreren Jahren quer - beispielsweise sehe ich den vollständigen Verlust der Privatsphäre nur noch als eine Frage der Zeit.
Ausgenommen, es ändert sich etwas. Die Gesellschaft rebelliert zum Teil bereits jetzt gegen die Entwicklungen. Hinter der Fassade der Werbung und der heilen Welt fault es und zwar deutlich.
Eine Person hat sich die Freiheit genommen, den Mund aufzumachen.
Und nun sagt die Welt "Halt die Klappe!".
Wann werden sie das Sprechen beenden und ihm die Zähne ausschlagen?
Wie hat Tante Jay in Freiheit statt Angst geschrieben:
Und für jeden einzelnen von uns nähert sich mit raschen Schritten die Stunde, wo man wählen muss.
Nicht, welche Figur in Berlin die nächsten 4 Jahre den Kanzlerstuhl warmhält, sondern die Wahl zwischen:
FreiheitoderAngst.
Dass wir uns um so etwas Gedanken machen müssen?
So viel zum Thema moderne, zivile, humane Welt.
Montag, 1. Juli 2013
Ich habe Angst
Inspiriert von dem Piratenblog Umrath
Ich habe Angst -
Nein, nicht, dass eines Tages alles anders ist.
Denn das wird es sein, die Welt verändert sich und das ist eigentlich auch gut so. Aber die moderne Welt zeigt uns, wie Regierungssysteme extreme Formen und staatliche Mechanismen versagen oder willkürlich Menschenleben zerstören können.
Wie hieß es in einer beliebten Amerikanischen Fernsehserie?
Es reicht ein Wort, um dich sämtlicher Rechte zu berauben. Niemand wird wissen, wo du bist und keiner wird dich schreien hören.
Okay, das letzte ist eine typische Phrase aus Horrorfilmen, aber gerade in diesem Zusammenhang stimmt sie. Es reicht heutzutage ein Wort, eine Kategorie, um einen Menschenleben zu zerstören. Und es existieren mehrere dieser Kategorien in verschiedenen Schnelligkeitsgraden des entsprechenden Abstiegs.
Terrorist.
Verurteilter Verbrecher/Knasti.
(Langzeit-)Arbeitsloser.
Sicher fällt einem noch mehr ein, wenn man intensiver darüber nachdenkt. Aber diese drei sind Teil der effektivsten Gruppe im Zusammenleben der Gesellschaft. Sie bestimmen Ruf, Ansehen, finanzielle oder sofort die Wohnungslage und noch vieles mehr.
Ich habe Angst.
Davor, dass ich eines Tages dazu gehöre. Dass das Szenario vom Orwells 1984 nicht mehr allzu weit weg ist.
Davor, dass Leben und Sein vom persönlichen Wohlverhalten abhängig ist und sonst nichts. Bereits jetzt manifestiert sich im Arbeitslosensektor ein Phänomen, das gern mit Sklavenmarkt und Menschenhandel umschrieben wird. Und ich gebe ihnen recht, denn wer hier nicht gesellschaftskonform ist, landet in der Ascheschublade oder schlimmeres. Die für diesen Zustand "zuständigen" Stellen liegen oberhalb dessen, was ein Normalbürger unmittelbar beeinflussen könnte.
Ausgenommen durch direkte Gewalt. Wohin das führt, sieht man an Notfallknöpfen und Security-Personal in den Gebäuden.
Davor, dass das bei Tante Jay abgewandelt zitierte Gedicht doch noch Wahrheit wird: Ausweitung des Bewegungsspielraumes - "Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
(Sie hat auch noch mehr dazu geschrieben: Ich hab nichts zu verbergen )
Davor, dass eines Tages die Rechtediskussion derart ausartet, dass man wirklich einen Kaufbeleg für ein Buch, eine CD, eine Datei oder etwas dergleichen bei sich haben muss. Anderenfalls wäre man ja Raubkopierer. Oder Dieb. Und wie bereits schon seit längerem bekannt ist und seit längerem diskutiert wird, werden diese härter und länger bestraft als Personen, die Kindesmissbrauch begehen. Ich möchte für gute Filme Geld bezahlen, ebenso für Musik, die mir gefällt. Aber ich möchte sie auch auf verschiedenen Geräten nutzen. Bin ich jetzt kriminell?
Davor, dass wir nicht mehr sagen dürfen, was wir denken, und aufpassen müssen, dass wir uns nicht auffällig bewegen. Denn bereits jetzt ist die Entwicklung von Computerprogrammen fortgeschritten, die "auffälliges Verhalten" bewertet werden kann. Wer aber legt die Grenzen fest? Sind dann weniger konforme Lebensstile gefährlicher als konforme? Und besteht Konformität dann darin, nur stillzuhalten und seinen Job zu machen? Dürfen wir lachen, wenn wir auf einem Bahnsteig stehen? Dürfen wir uns vor einem Gebäude die Hand geben oder für das Urlaubsfoto posieren?
Davor, dass man mir Freiheit zusichert und trotzdem jeder für sich in seinem Käfig aus Angst hockt. Dass es erst einem Bürgerkrieg bedarf, dass es besser wird. Oder schlechter.
Davor, dass die Politik das Einzige, aber Machtvollste ist, das wir mit Emotion betrachten können - und diese Emotion Angst ist. Statt Stolz oder Freude.
Ja - ich habe Angst.
Ich habe Angst -
Nein, nicht, dass eines Tages alles anders ist.
Denn das wird es sein, die Welt verändert sich und das ist eigentlich auch gut so. Aber die moderne Welt zeigt uns, wie Regierungssysteme extreme Formen und staatliche Mechanismen versagen oder willkürlich Menschenleben zerstören können.
Wie hieß es in einer beliebten Amerikanischen Fernsehserie?
Es reicht ein Wort, um dich sämtlicher Rechte zu berauben. Niemand wird wissen, wo du bist und keiner wird dich schreien hören.
Okay, das letzte ist eine typische Phrase aus Horrorfilmen, aber gerade in diesem Zusammenhang stimmt sie. Es reicht heutzutage ein Wort, eine Kategorie, um einen Menschenleben zu zerstören. Und es existieren mehrere dieser Kategorien in verschiedenen Schnelligkeitsgraden des entsprechenden Abstiegs.
Terrorist.
Verurteilter Verbrecher/Knasti.
(Langzeit-)Arbeitsloser.
Sicher fällt einem noch mehr ein, wenn man intensiver darüber nachdenkt. Aber diese drei sind Teil der effektivsten Gruppe im Zusammenleben der Gesellschaft. Sie bestimmen Ruf, Ansehen, finanzielle oder sofort die Wohnungslage und noch vieles mehr.
Ich habe Angst.
Davor, dass ich eines Tages dazu gehöre. Dass das Szenario vom Orwells 1984 nicht mehr allzu weit weg ist.
Davor, dass Leben und Sein vom persönlichen Wohlverhalten abhängig ist und sonst nichts. Bereits jetzt manifestiert sich im Arbeitslosensektor ein Phänomen, das gern mit Sklavenmarkt und Menschenhandel umschrieben wird. Und ich gebe ihnen recht, denn wer hier nicht gesellschaftskonform ist, landet in der Ascheschublade oder schlimmeres. Die für diesen Zustand "zuständigen" Stellen liegen oberhalb dessen, was ein Normalbürger unmittelbar beeinflussen könnte.
Ausgenommen durch direkte Gewalt. Wohin das führt, sieht man an Notfallknöpfen und Security-Personal in den Gebäuden.
Davor, dass das bei Tante Jay abgewandelt zitierte Gedicht doch noch Wahrheit wird: Ausweitung des Bewegungsspielraumes - "Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
(Sie hat auch noch mehr dazu geschrieben: Ich hab nichts zu verbergen )
Davor, dass eines Tages die Rechtediskussion derart ausartet, dass man wirklich einen Kaufbeleg für ein Buch, eine CD, eine Datei oder etwas dergleichen bei sich haben muss. Anderenfalls wäre man ja Raubkopierer. Oder Dieb. Und wie bereits schon seit längerem bekannt ist und seit längerem diskutiert wird, werden diese härter und länger bestraft als Personen, die Kindesmissbrauch begehen. Ich möchte für gute Filme Geld bezahlen, ebenso für Musik, die mir gefällt. Aber ich möchte sie auch auf verschiedenen Geräten nutzen. Bin ich jetzt kriminell?
Davor, dass wir nicht mehr sagen dürfen, was wir denken, und aufpassen müssen, dass wir uns nicht auffällig bewegen. Denn bereits jetzt ist die Entwicklung von Computerprogrammen fortgeschritten, die "auffälliges Verhalten" bewertet werden kann. Wer aber legt die Grenzen fest? Sind dann weniger konforme Lebensstile gefährlicher als konforme? Und besteht Konformität dann darin, nur stillzuhalten und seinen Job zu machen? Dürfen wir lachen, wenn wir auf einem Bahnsteig stehen? Dürfen wir uns vor einem Gebäude die Hand geben oder für das Urlaubsfoto posieren?
Davor, dass man mir Freiheit zusichert und trotzdem jeder für sich in seinem Käfig aus Angst hockt. Dass es erst einem Bürgerkrieg bedarf, dass es besser wird. Oder schlechter.
Davor, dass die Politik das Einzige, aber Machtvollste ist, das wir mit Emotion betrachten können - und diese Emotion Angst ist. Statt Stolz oder Freude.
Ja - ich habe Angst.
Montag, 25. Februar 2013
Das Erbe der Vergangenheit...
... holt viele Leute in diesen Zeiten ein.
Kein Wunder, so gesehen waren die letzten einhundert Jahre nicht wirklich geprägt von Frieden, Freude und Eierkuchen. Es dauert nicht mehr allzu lange und der erste Weltkrieg hat ein Jubiläum - man mache sich das einmal bewusst.
So geschieht es auch in der Politik. Wenn man sich die Altersverteilung unserer "Großkopferten" ansieht, versteht man dann auch sehr schnell, warum manche Konflikte und Vorwürfe einfach zwangsläufig sind: Sie sind Teil der geschichtlichen Entwicklung.
So beispielsweise folgender Bericht aus "der Freitag" von Tom Karn:
Stasi-Verdacht gegen Merkel
Überlegen wir einmal:
Kein Wunder, so gesehen waren die letzten einhundert Jahre nicht wirklich geprägt von Frieden, Freude und Eierkuchen. Es dauert nicht mehr allzu lange und der erste Weltkrieg hat ein Jubiläum - man mache sich das einmal bewusst.
So geschieht es auch in der Politik. Wenn man sich die Altersverteilung unserer "Großkopferten" ansieht, versteht man dann auch sehr schnell, warum manche Konflikte und Vorwürfe einfach zwangsläufig sind: Sie sind Teil der geschichtlichen Entwicklung.
So beispielsweise folgender Bericht aus "der Freitag" von Tom Karn:
Stasi-Verdacht gegen Merkel
Überlegen wir einmal:
Donnerstag, 21. Februar 2013
Krieg der Formulierungen
Sage ich nun:
"Die wirtschaftliche Lage ist in verschiedenen Bevölkerungsschichten unterschiedlich, jedoch sorgt der Staat für eine allgemeine Versorgung. Dies wirkt auf die Berechnung der Rentensätze fort."
oder sage ich:
"Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auf; ALG II, auch bekannt als Hartz VI, sichert vielen Menschen ein geringes Existenzminimum. Das allerdings hat Armutsrenten zur Folge."
Ersteres klingt doch deutlich positiver, auch wenn es keine wirklich Aussage enthält. Doch genau darum rankt sich eine Debatte im Bundestag. Verschiedene Politiker streiten sich darum, wie der Bericht über Armut und Reichtum in Deutschland formuliert sein sollte. Die einen meinen, Passagen sollen gestrichen werden, die anderen sehen genau diese Passagen als Kernpunkte.
Was jedoch letzter Instanz am deutlichsten wird: Hier wird Meinungsbildung betrieben, allerdings jene Art von Meinungsbildung, die am Ende darüber entscheidet, ob die Politik irgendwann einmal "eins auf den Deckel" bekommt.
Denn wie klingt das, wenn mehr Menschen in Lohn und Brot sind? Das ist toll, nicht wahr? Aber wenn diese Menschen aus eigener Arbeitskraft nicht an das Existenzminimum reichen, ist die Sache mit "Lohn und Brot" schon wieder stark relativiert.
Und wie liest sich das, wenn gesellschaftlicher Zusammenhalt gefährdet sein kann? Irgendwie auch nicht gut. Also weg damit.
Interessant ist, dass einige diese Problematiken als Luxusprobleme betrachten (siehe Kommentare des Artikels). Es mag sein, dass andere Länder andere Verhältnisse haben, aber leben wir dort? Wer sich über solche "Luxusprobleme" echauffiert, hat vermutlich noch nicht genug Knappheit und Verachtung gekostet - oder hat besagte "Luxusprobleme" nicht.
Immerhin soll heute in dieser Sache ein Beschluss gefasst werden. Wir werden sehen.
Der Artikel dazu:
Wie groß ist die Armut in Deutschland? bei der Tagesschau
"Die wirtschaftliche Lage ist in verschiedenen Bevölkerungsschichten unterschiedlich, jedoch sorgt der Staat für eine allgemeine Versorgung. Dies wirkt auf die Berechnung der Rentensätze fort."
oder sage ich:
"Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auf; ALG II, auch bekannt als Hartz VI, sichert vielen Menschen ein geringes Existenzminimum. Das allerdings hat Armutsrenten zur Folge."
Ersteres klingt doch deutlich positiver, auch wenn es keine wirklich Aussage enthält. Doch genau darum rankt sich eine Debatte im Bundestag. Verschiedene Politiker streiten sich darum, wie der Bericht über Armut und Reichtum in Deutschland formuliert sein sollte. Die einen meinen, Passagen sollen gestrichen werden, die anderen sehen genau diese Passagen als Kernpunkte.
Was jedoch letzter Instanz am deutlichsten wird: Hier wird Meinungsbildung betrieben, allerdings jene Art von Meinungsbildung, die am Ende darüber entscheidet, ob die Politik irgendwann einmal "eins auf den Deckel" bekommt.
Denn wie klingt das, wenn mehr Menschen in Lohn und Brot sind? Das ist toll, nicht wahr? Aber wenn diese Menschen aus eigener Arbeitskraft nicht an das Existenzminimum reichen, ist die Sache mit "Lohn und Brot" schon wieder stark relativiert.
Und wie liest sich das, wenn gesellschaftlicher Zusammenhalt gefährdet sein kann? Irgendwie auch nicht gut. Also weg damit.
Interessant ist, dass einige diese Problematiken als Luxusprobleme betrachten (siehe Kommentare des Artikels). Es mag sein, dass andere Länder andere Verhältnisse haben, aber leben wir dort? Wer sich über solche "Luxusprobleme" echauffiert, hat vermutlich noch nicht genug Knappheit und Verachtung gekostet - oder hat besagte "Luxusprobleme" nicht.
Immerhin soll heute in dieser Sache ein Beschluss gefasst werden. Wir werden sehen.
Der Artikel dazu:
Wie groß ist die Armut in Deutschland? bei der Tagesschau
Mittwoch, 20. Februar 2013
Und die Bundesagentur für Arbeit schaut zu
Ein Gastbeitrag von altonabloggt bei Wordpress, mit freundlicher Genehmigung der Autorin.
Absätze nach Kopie zwecks besserer Lesbarkeit und Übersicht nachträglich von mir eingefügt. Weitere Artikel zu diesem und ähnlichen Themen finden sich im Altonabloggt.
Aussagen wie diese sind drastisch formuliert, allerdings treffen sie in meinen Augen den Punkt genau. Sie sind Teil der Kontroverse rund um Ralph Boes und seinen Sanktionsstreit, der Änderungen herbeiführen soll. Noch sind die Wogen nicht hoch, aber ich vermute, es wird sich in den nächsten Monaten bis Jahren entweder etwas ändern müssen oder die Wogen werden deutlich höher werden.
Aktionen wie der Bruch des Datenschutzes seinens der GEZ (Rasterfahndung der ehem. GEZ bei den DWN), die Reaktionen darauf (Petition gegen die Zwangsfinanzierung der Medienkonzerne durch Gebühren) und die aktuelle zeitweilige Umbruchsstimmung scheinen doch eine konfliktträchtige Atmosphäre heraufzubeschwören.
Auch Fefe gibt in seinem Blog Anreize: Job- und Geldtourismus mal anders
Aber hier erst einmal der Beitrag:

Sehr geehrte Bundesagentur für Arbeit
Absätze nach Kopie zwecks besserer Lesbarkeit und Übersicht nachträglich von mir eingefügt. Weitere Artikel zu diesem und ähnlichen Themen finden sich im Altonabloggt.
Aussagen wie diese sind drastisch formuliert, allerdings treffen sie in meinen Augen den Punkt genau. Sie sind Teil der Kontroverse rund um Ralph Boes und seinen Sanktionsstreit, der Änderungen herbeiführen soll. Noch sind die Wogen nicht hoch, aber ich vermute, es wird sich in den nächsten Monaten bis Jahren entweder etwas ändern müssen oder die Wogen werden deutlich höher werden.
Aktionen wie der Bruch des Datenschutzes seinens der GEZ (Rasterfahndung der ehem. GEZ bei den DWN), die Reaktionen darauf (Petition gegen die Zwangsfinanzierung der Medienkonzerne durch Gebühren) und die aktuelle zeitweilige Umbruchsstimmung scheinen doch eine konfliktträchtige Atmosphäre heraufzubeschwören.
Auch Fefe gibt in seinem Blog Anreize: Job- und Geldtourismus mal anders
Aber hier erst einmal der Beitrag:
Und die Bundesagentur für Arbeit schaut zu
Sehr geehrte Bundesagentur für Arbeit
Samstag, 16. Februar 2013
Dem Kind das Spielzeug wegnehmen?
"Täuscht euch nicht! Obama wird, wenn er kann, euch eure Waffen wegnehmen!"
http://www.sueddeutsche.de/politik/nra-praesident-david-keene-waffen-wolf-im-schafspelz-1.1575200
Und? Braucht irgendwer ganz dringend etwas, womit er andere töten und verletzen kann? Meiner Meinung nach mit Sicherheit nicht. Wer unbedingt töten will, sucht sich auch etwas anderes um seinen Mitmenschen ihr Recht auf Leben zu nehmen.
Ich warte auf den Tag, an dem auch in Deutschland das Waffengesetz wieder gelockert, der erste Amoklauf vermeldet und dann überall danach geschriien wird, dass die Menschen Waffen brauchen. Ich bin kein Freund der deutschen Regelung, meines Erachtens ist sie in manchen Dingen zu strikt und zu verallgemeinernd. Aber dennoch verhindert sie amerikanische Verhältnisse.
Allerdings -
Wären alle Menschen mit entsprechender Vernunft und Verstand begabt, würden nachdenken und sich mit den Folgen auseinander setzen - wir hätten das Problem gar nicht. Dann würde auch dem Letzten klar werden, dass Gewalt die Prä-Steinzeitlösung ist und keineswegs die der Neuzeit.
http://www.sueddeutsche.de/politik/nra-praesident-david-keene-waffen-wolf-im-schafspelz-1.1575200
Und? Braucht irgendwer ganz dringend etwas, womit er andere töten und verletzen kann? Meiner Meinung nach mit Sicherheit nicht. Wer unbedingt töten will, sucht sich auch etwas anderes um seinen Mitmenschen ihr Recht auf Leben zu nehmen.
Ich warte auf den Tag, an dem auch in Deutschland das Waffengesetz wieder gelockert, der erste Amoklauf vermeldet und dann überall danach geschriien wird, dass die Menschen Waffen brauchen. Ich bin kein Freund der deutschen Regelung, meines Erachtens ist sie in manchen Dingen zu strikt und zu verallgemeinernd. Aber dennoch verhindert sie amerikanische Verhältnisse.
Allerdings -
Wären alle Menschen mit entsprechender Vernunft und Verstand begabt, würden nachdenken und sich mit den Folgen auseinander setzen - wir hätten das Problem gar nicht. Dann würde auch dem Letzten klar werden, dass Gewalt die Prä-Steinzeitlösung ist und keineswegs die der Neuzeit.
Samstag, 9. Februar 2013
Titel oder nicht?
Ja, es geht um Schawan. Bzw. ja noch Doktor Schawan.
Ich gehe da mal frei nach dem Blog von Tante Jay mit einem Beitrag über Schawan, Tante Jay nennt da schon einige Argumente. So im Ganzen betrachtet gebe ich ihr und vielen anderen, die darüber diskutieren recht. Aber ich denke, da liegt noch etwas mehr im Argen, das sich in die aktuelle Zeit hinein entwickelt hat - ...
Ich gehe da mal frei nach dem Blog von Tante Jay mit einem Beitrag über Schawan, Tante Jay nennt da schon einige Argumente. So im Ganzen betrachtet gebe ich ihr und vielen anderen, die darüber diskutieren recht. Aber ich denke, da liegt noch etwas mehr im Argen, das sich in die aktuelle Zeit hinein entwickelt hat - ...
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